Dienstag 7. Februar 2012
Das feministische Seminar der SJÖ

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SJ: Mit Halbe-Halbe nicht bei der Obsorge beginnen!

Mit einer Medienaktion machte die Sozialistische Jugend (SJ) im Vorfeld der heutigen Parlamentsenquete betreffend Obsorge und Unterhalt auf die bereits bestehenden massiven Schlechterstellungen von Frauen aufmerksam. Die SJ lehnt die Einführung einer automatischen gemeinsamen Obsorge kategorisch ab.

„Dies wäre eine Zwangsbeglückung der Eltern, die nur zu noch mehr Konflikten führt. Vielmehr sollte die freiwillige gemeinsame Obsorge gefördert und unterstützt werden", erklärt SJ-Vorsitzender Wolfgang Moitzi. Ins selbe Horn bläst SJ-Frauensekretärin Laura Schoch: „Trotz steigender Berufstätigkeit leisten Frauen immer noch 2/3 der unbezahlten Hausarbeit, werden dank ihrer Betreuungspflichten in unattraktive und schlecht bezahlte Teilzeitjobs gedrängt und sammeln damit kaum Pensionszeiten. Sie jetzt zusätzlich schlechter zu stellen kommt überhaupt nicht infrage!"


Jene, die Halbe-Halbe bei der Obsorge fordern, seien dieselben, die sich seit jeher mit Händen und Füßen gegen Halbe-Halbe in Sachen Hausarbeit und Kindererziehung wehren und Frauen etwa mit der Pensionsreform 2003 weitere Nachteile bescherten. „Von einem partnerschaftlichen Teilen der Erziehungs- und Betreuungspflichten kann nicht die Rede sein: nur 5 Prozent der Väter gehen in Karenz. Natürlich werden Kinder mehrheitlich den Müttern zugesprochen, weil sich diese sich auch während der Ehe zum überwiegenden Teil um die Kinder gekümmert haben", so Schoch. Zur Verbesserung der Situation könne, nach Vorstellungen der Sozialistische Jugend, eine Beschleunigung der Scheidungsverfahren beitragen, eine verpflichtende Elternberatung bei strittigen Scheidungen und eine Einigung auf Besuchszeiten bei einvernehmlichen Scheidungen.


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