Donnerstag 23. Mai 2013

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Den 100. Geburtstag des Weltfrauentags nahmen die Jugendorganisationen SJ, VSStÖ und AKS heute Dienstag zum Anlass, mittels einer Aktion am Stephansplatz in Wien auf die Schlechterstellung der Frauen in unserer Gesellschaft hinzuweisen. Auf einer 300 Meter langen Papierrolle wurden 100 aktuelle frauenpolitische Forderungen präsentiert.


Vor 100 Jahren haben Frauen zum ersten Mal den internationalen Frauenkampftag begangen. Seitdem wurden wesentliche Verbesserungen erkämpft. Trotzdem werden Frauen in unserer Gesellschaft immer noch als Menschen zweiter Klasse behandelt", prangern Laura Schoch, Vanessa Gaigg und Nina Heidorn, frauenpolitische Sprecherinnen von SJÖ, AKS und VSStÖ, an.


"Weil es wichtiger ist, wie wir ausschauen, als was wir können. Weil es unsere Schuld ist, wenn wir vergewaltigt werden. Weil wir es provoziert haben, wenn wir geschlagen werden. Weil wir egoistische Rabenmütter sind, wenn wir staatliche Kinderbetreuung fordern. Deshalb und aus vielen, vielen anderen Gründen sind wir Feministinnen", betont Laura Schoch. Es sei noch viel zu tun: Sowohl bei der Lohnschere, als auch bei der Männerkarenz rangiere Österreich im internationalen Vergleich an hinterster Stelle.


"Während Frauen weiterhin für Kinderbetreuung und Hausarbeit zuständig sind, sind Aufsichtsräte und Privatwirtschaft immer noch fest in Männerhänden. Die Benachteiligung drückt sich auch darin aus, dass Frauen wie Waren (halb)nackt von Plakatwänden grinsen oder weiblich besetzte Sportevents kaum im Fernsehen ausgestrahlt werden", kritisiert Vanessa Gaigg.


"Die Einführung des Frauenwahlrechts, der Zugang zu Bildung oder das Recht auf Schwangerschaftsabbruch waren Meilensteine für die Frauen in unserer Gesellschaft. Diese Verbesserungen wurden mühsam erkämpft, haben uns aber noch lange nicht aus der frauenpolitischen Wüste herausgeführt", so Nina Heidorn. Frauen seien auch 100 Jahre nach erstmaliger Begehung des Weltfrauentages noch lange nicht beim Ziel der Gleichstellung von Mann und Frau angelangt. Ein Ziel, wofür es sich auch die nächsten Jahrzehnte weiter zu kämpfen lohnt, sind sich die Sprecherinnen der Jugendorganisationen einig.

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