Schwarze Listen
[die geschichte der sozialistischen jugend österreich]
Die jungen FunktionärInnen des Vereines hatten vor allem den Protest gegen die unwürdige Behandlung der Lehrlinge an die Spitze ihrer politischen Agenda gesetzt. Die Innungen wehrten sich auf die damals übliche Methode dagegen: Sie verfassten „Schwarze Listen“, schlossen die bekanntesten RednerInnen und politisch aktive ExponentInnen aus der Lehre und der Fortbildungsschule aus und setzten durch, dass die „Aufrührer“, wie sie genannt wurden, auch in anderen Lehrstellen nicht mehr aufgenommen wurden.
Trotzdem wuchs der Verein. Nach zwei Jahren konnte ein Mitgliederstand von 150 Jugendlichen verzeichnet werden und die Bibliothek umfasste bereits 272 Bände.
Am 25. April 1897 demonstrierten 500 TeilnehmerInnen gegen die lange Verschleppung der Genehmigung der Vereinsstatuten. Schließlich konnten auch die Behörden das neue Statut nicht länger verhindern und in rascher Folge entstanden Ortsgruppen in den meisten Wiener Bezirken. Zu den ersten zählten die Leopoldstadt, Margareten, Meidling, Favoriten, Ottakring und Brigittenau. Später folgten Gruppen in allen Wiener Bezirken.
Es dauerte dann bis 1901, dass in Graz ein zweiter „Verein jugendlicher Arbeiter“ gegründet wurde. Bald waren die Jugendlichen bei sämtlichen Veranstaltungen der Partei und der Gewerkschaft vertreten. Wenn es auch in den Erwachsenenorganisationen vereinzelt noch Widerstand und Unverständnis gab, fanden sich auch echte FördererInnen und FreundInnen der Jugendarbeit. Bei allen Kongressen waren JugendvertreteInnen eingeladen und bemühten sich um die Akzeptanz ihrer Tätigkeit durch die Partei.
Schon 1896 beschloss ein Gewerkschaftskongress, den Verein jugendlicher Arbeiter zu fördern. Darauf folgte eine längere Jugenddiskussion auf dem Parteitag 1898, auf dem sich Victor Adler explizit für den Verein aussprach. Im Jahr 1903 waren die Widerstände bereits soweit beseitigt, dass in einer Resolution des Parteitages von allen Lokalorganisationen eingefordert wurde, die Jugendlichen tatkräftig zu unterstützen. Der Parteitag 1907 beschloss in der Folge, die Jugendorganisation in das Statut der Partei aufzunehmen. Damit wurde der Status der Jugendbewegung zementiert.
Die jungen FunktionärInnen des Vereines hatten vor allem den Protest gegen die unwürdige Behandlung der Lehrlinge an die Spitze ihrer politischen Agenda gesetzt. Die Innungen wehrten sich auf die damals übliche Methode dagegen: Sie verfassten „Schwarze Listen“, schlossen die bekanntesten RednerInnen und politisch aktive ExponentInnen aus der Lehre und der Fortbildungsschule aus und setzten durch, dass die „Aufrührer“, wie sie genannt wurden, auch in anderen Lehrstellen nicht mehr aufgenommen wurden.
Trotzdem wuchs der Verein. Nach zwei Jahren konnte ein Mitgliederstand von 150 Jugendlichen verzeichnet werden und die Bibliothek umfasste bereits 272 Bände.
Am 25. April 1897 demonstrierten 500 TeilnehmerInnen gegen die lange Verschleppung der Genehmigung der Vereinsstatuten. Schließlich konnten auch die Behörden das neue Statut nicht länger verhindern und in rascher Folge entstanden Ortsgruppen in den meisten Wiener Bezirken. Zu den ersten zählten die Leopoldstadt, Margareten, Meidling, Favoriten, Ottakring und Brigittenau. Später folgten Gruppen in allen Wiener Bezirken.
Es dauerte dann bis 1901, dass in Graz ein zweiter „Verein jugendlicher Arbeiter“ gegründet wurde. Bald waren die Jugendlichen bei sämtlichen Veranstaltungen der Partei und der Gewerkschaft vertreten. Wenn es auch in den Erwachsenenorganisationen vereinzelt noch Widerstand und Unverständnis gab, fanden sich auch echte FördererInnen und FreundInnen der Jugendarbeit. Bei allen Kongressen waren JugendvertreteInnen eingeladen und bemühten sich um die Akzeptanz ihrer Tätigkeit durch die Partei.
Schon 1896 beschloss ein Gewerkschaftskongress, den Verein jugendlicher Arbeiter zu fördern. Darauf folgte eine längere Jugenddiskussion auf dem Parteitag 1898, auf dem sich Victor Adler explizit für den Verein aussprach. Im Jahr 1903 waren die Widerstände bereits soweit beseitigt, dass in einer Resolution des Parteitages von allen Lokalorganisationen eingefordert wurde, die Jugendlichen tatkräftig zu unterstützen. Der Parteitag 1907 beschloss in der Folge, die Jugendorganisation in das Statut der Partei aufzunehmen. Damit wurde der Status der Jugendbewegung zementiert.










