La Nouvelle Droite
Die Kerngruppe dieser Neuen Rechten ist der Groupement de recherches et d'études pour la civilisation européenne (dt. Forschungs- und Studiengruppe für die europäische Zivilisation), kurz GRECE, und der franzöische Philosoph Alain de Benoist. Die ideologische Basis, die bereits aus dem Namen erschließbar ist, lautet Biologismus, Ungleichheit.
Der rote Faden, der sich durch alle Werke und Aussagen verfolgen lässt, ist der Glaube, dass es durch die Natur definierte Unterschiedlichkeiten von Menschen, also Ethnien im Sinne von „Rassen" gibt. Diese hätten sich im Laufe der Geschichte der Menschheit wegen der Anpassung an die klimatischen und landschaftlichen Gegebenheiten so entwickelt und würden über Generation zu Generation vererbt.
Obwohl die Gruppe Intellektueller, die sich als Neue Rechte verstehen, nie von menschlichen „Rassen" redet und daraus direkt Schlüsse zieht, was die Wertigkeit einzelner „Rassen" betrifft, steht außer Zweifel, dass sie von einer Art „Rassenlehre" ausgehen. Der Schritt von einer Rasse zur Wertigkeit derselben ist für gewöhnlich kein sehr großer, so auch im Falle der Neuen Rechten, denn laut ihnen machen gerade die europäischen Naturgegebenheiten die „indogermanische Ethnie" allen anderen natürlich überlegen. Daher rührt auch ihre - zusammenfassend - stark eurozentristische, rassistische Weltsicht.
Neben den daraus resultierenden Thesen, die versuchen zu erklären, warum Pluralismus etwas Schlechtes ist, und zwar für alle Beteiligten, gilt vor allem Globalisierungskritik in der jüngsten Vergangenheit als eines der Lieblingsbetätigungsfelder der Neuen Rechten. Globalisierung diene vorsätzlich der Macht des Geldes, die einerseits alle innerhalb einer „Volksgemeinschaft" ausschließt, die kein oder nicht genug Kapital haben, und andererseits durch weltweite Verfügbarkeit der gleichen Produkte schleichend zur „Gleichschaltung der Kulturen" führe, die gefährlich ist, weil die Kultur als das Schützenswerteste überhaupt gilt.
Trotz einiger Abgrenzungsversuche zur militanten Rechten, schafft besagte Neue Rechte seit nun mehr als 30 Jahren durch Texte einen Nährboden für Antiamerikanismus und damit oft verknüpften Antisemitismus. Überhaupt können alle Bekenntnisse in Anbetracht auf die fließenden Übergänge aus einem Denkzirkel der Neuen Rechten in den parteipolitischen Rechtsextremismus als relativ angesehen werden.
Interessant, wichtig und besonders bei all der Ablehnung von Liberalismus, Christen- und Judentum, „Menschenrechtsideologie", Kommunismus, Pluralismus, Demokratie wie wir sie kennen etc., ist, dass die Neue Rechte sich gerade Theorien des italienischen Kommunisten Gramsci als Strategielinie ausgesucht hat. In straff organisierten Denkzirkeln wird versucht, eine intellektuelle Bevölkerungsschicht, LehrerInnen, JournalistInnen usw., anzusprechen, die im „Kampf um die Köpfe" die tragende Rolle spielen muss, um die „kulturelle Hegemonie" der Neuen Rechten Ideologie, wenn mensch es so nennen will, zu schaffen.
Illo Ortner










