Donnerstag 23. Mai 2013
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Inhalt:

Drogen

Beziehungs- und Konfliktfähigkeit und persönliche Identität

Jugend und Sucht

Der Mensch ist ein Beziehungswesen, das heißt, dass er ohne Beziehung nichtleben kann und von Geburt an auf Beziehungen angewiesen ist. Gelingende und befriedigende Beziehungen sind so für die psychische Gesundheit des Menschen sehr wichtig. Partnerschaftsprobleme, fehlende, wenig beglückende oder vertrauensvolle Beziehungen, nicht gelöste Konflikte, etc. können eine Suchtentwicklung fördern. Suchtvorbeugung beginnt also eigentlich schon bei der Geburt.

Kinder kommen in Hinblick auf Nahrung und psychisches Wohlbefinden fast vollkommen abhängig von anderen auf die Welt. Sie besitzen nicht die Mittel zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse, da diese im Besitz und unter der Kontrolle der Eltern sind. Suchtgefährdete Menschen haben diese Abhängigkeit früh in negativer Weise zu spüren bekommen. Oft wurden existentielle Bedürfnisse wie Geborgenheiten und Anerkennung nicht oder nur mangelhaft erfahren.

Auch haben sie erlebt, dass sie bei Konflikten die Schwächeren sind. Um von den Eltern nicht mit Liebesentzug bestraft zu werden, haben sie gelernt, so zu sein, wie andere es wollen. Sie entwickelten konfliktvermeidende und gegen sich selbstgerichtete Strategien zur Lebensbewältigung. Durch die mangelnde Anerkennung und das Fehlen des Gefühls, wertvoll zu sein, ist jedoch auch das Selbstwertgefühl nur schwach ausgeprägt. Die Droge wird für diese Menschen zur Ersatzbefriedigung.

Jugend und Sucht

Die Entwicklung des Menschen von der Geburt bis zum Tod kennt verschiedene Krisen. Die Pubertät ist eine davon. Krisen sind Zeiten des Überganges. Sie zeigen an, das alte Sicht- und Verhaltensweisen nicht mehr brauchbar, neue jedoch noch nicht gefunden sind. So ist es auch in der Pubertät. Der/die Jugendliche steht vor einer Fülle von Aufgaben. So beginnt er/sie, sich kritisch mit dem elterlichen Rahmen auseinanderzusetzen und versucht, ihn zu überwinden.Die Meinung der Eltern verliert an Bedeutung. Viel wichtiger ist es, was die Clique meint. Es beginnt die Abnabelung vom Elternhaus. Der Körper verändert sich und die Sexualität wird immer wichtiger. Erste Beziehungen werden eingegangen und sexuelle Erfahrungen gemacht. Die Frage nach dem Sinn der Welt wird gestellt und letztendlich auch die nach der eigenen Identität. Viele Jugendliche experimentieren in dieser Zeit auch mit verschiedenen Rauschmitteln.Sie suchen nach Bewußtseinserweiterung oder einfach nur nach Abenteuern.

Dort, wo Jugendliche in ihrem Suchen nach ihrer eigenen Identität und Lebensgestaltung unterstützt bzw. gefördert und Konflikte zugelassen werden, besteht keine Suchtgefahr, auch dann nicht, wenn sie mit verschiedenen Rauschmitteln experimentieren. Gefahr besteht dann, wenn das Unabhängigkeitsstreben der Jugendlichen unterdrückt wird, notwendige Konflikte vermieden werden und versucht wird, sie vor der "bösen" Welt zuschützen.

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