Donnerstag 23. Mai 2013
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Drogen

Zum Begriff Sucht


Im Mittelalter bedeutete der Begriff Sucht nichts anderes als Krankheit. In vielen altertümlichen Bezeichnungen für Krankheit lebt diese Bedeutung noch heute fort, ohne dass dabei an Abhängigkeit gedacht wird: Wassersucht, Gelbsucht, etc.


Beim Versuch, Sucht zu definieren, stoßen wir auf die verschiedensten Erklärungen, da WissenschaftlerInnen nicht in den Wolken leben, sondern geprägt sind von den verschiedensten Einflüssen, wie kulturelle Traditionen, Ausbildung, wissenschaftliche Ausrichtung und politische Ideologien.

Folgende zwei Punkte sind jedoch allen Definitionen gemeinsam:

1. Sucht wird als unstillbares Verlangen nach einem Suchtmittel (=substanzgebundene Sucht) oder nach einem Vorgang bzw. einer Handlung (=substanzungebundene Sucht) definiert


2. Sucht wird als eine "fortschreitende psycho-soziale Dynamik" begriffen.


Unter substanzgebundenen Süchten versteht man/frau die Abhängigkeit von Substanzen wie Alkohol, Heroin, Nikotin, etc. In Österreich wird geschätzt, dass es ca. 200.000 bis 300.000 AlkoholikerInnen, 100.000 bis 130.000 Medikamentenabhängige und 25.000 Abhängige von harten illegalen Drogen (davon 15.000 Heroinabhängige) gibt.


Zu den substanzungebundenen Süchten zählt man/frau die Spiel-, Beziehungs-, Arbeitsucht, etc. In Österreich wird vermutet, dass es ca. 100.000 SpielerInnen gibt. Zu den anderen genannten Süchten gibt es leider keine Statistiken. Insgesamt gehen Fachleute davon aus, dass 10% der ÖsterreicherInnen in einer manifesten Abhängigkeit leben.

"Sucht ist das unstillbare Verlangen nach einem Suchtmittel oder nach einem Vorgang bzw. einer Handlung!"

Der Begriff "fortschreitende psychosoziale Dynamik" drückt aus, dass Sucht einen Menschen nicht plötzlich überfällt, sondern sich langsam entwickelt und schon früh zu erkennen ist. Der oder die direkt Betroffene steht diesem Prozeß jedoch zunehmend machtlos gegenüber, da Sucht immer von der Zwanghaftigkeit geprägt ist, d. h. von einem Drang nach Handlungen, die zur Befriedigung der SehnSucht dienen sollen. Weiters ist die Sucht auch immer von der Lüge und der Illusion begleitet. Der oder die Betroffene lebt in dem Glauben, die Sache voll im Griff zu haben und jederzeit aufhören zu können. Wenn also etwas nicht aufgegeben werden kann und das Bedürfnis da ist, sich selbst und andere zu täuschen, ist Sucht im Spiel.

Bei einer Sucht legt sich über unsere Gefühle und Wahrnehmung ein Schleier. Angst, Wut, Trauer, Schmerz, Freude und Liebe sind nur mehr gedämpft zu spüren. Der/Die Süchtige verliert so mit der fortschreitenden Suchtentwicklung zunehmend den Kontakt mit sich selbst und mit seinen/ihren Mitmenschen bzw. Umwelt. Die Sucht wird zum obersten Lebensprinzip.

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