Montag 20. Mai 2013
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Inhalt:

Drogen

"Lieber bekifft ficken, als besoffen fahren!"

Eine Kampagne der Sozialistischen Jugend


Unter diesem Motto führte die SJ die Diskussion 2001/2002 um eine veränderte Drogenpolitik mittels Aktionstagen in allen Bundesländern. 8.000 Menschen sterben in Österreich jährlich an den Folgen des Alkoholkonsums. Über 12.000 Personen sterben pro Jahr in Österreich wegen Nikotin. Niemand in Österreich und weltweit ist bis jetzt an den Folgen von Cannabiskonsum gestorben. Trotzdem ist Alkohol und Nikotin legal, und Cannabis nicht.

Diese Sachlage ist ein Kernpunkt unserer Kampagne, den es aufzuzeigen gilt. Wir wollen aber gar nicht in die Versuchung gelangen, Alkohol mit Cannabis aufzurechnen, sondern eine Diskussion über Sucht deren Ursachen und die dazugehörige Genusskultur führen. Schon lange ist in der Suchtforschungbekannt, dass Substanzen nicht der Ursprung von Abhängigkeit sind, sondern nur deren Folgen. Es gilt wie in allen Bereichen auch in der Drogenpolitik, die Gesellschaft zu betrachten, und die notwendigen Schlüsse daraus zu ziehen. Der Traum der drogenfreien Gesellschaft ist eben nur ein Traum, weshalb es darum gehen muss, Rahmenbedingungen zu schaffen, die suchtfördernde Gegebenheiten so weit wie möglich minimieren.

Wir leben in einer süchtigmachenden Gesellschaft. Sei es der Stress in der Schule, der Druck am Arbeitsplatz, hervorgerufen durch gesellschaftliche Prozesse, ein zerrüttetes Familienleben, keine Möglichkeiten einer sinnvollenund vor allem ohne Konsumzwang praktizierten Freizeitgestaltung, fehlende Lehrplätze, Umweltzerstörungen, usw... Das sind alles Situationen, die Menschen in ein Suchtverhalten, egal ob mit Substanzen oder substanzungebunden wie zum Beispiel Arbeitssucht, Spielsucht, etc. treiben. Hier die Substanz in den Mittelpunkt der politischen Auseinandersetzung zu stellen, und nicht die Problemstellungen unserer Gesellschaft zu diskutieren und daraus resultierend diese zu verbessern und verändern, ist nicht nur fadenscheinig, sondern vor allem in keinster Form dazu geeignet, Personen von ihrer Suchtgefahr abzuhalten.

Nicht die Droge, sondern die Gesellschaft macht süchtig. Wenn das oberste Primat unserer Wirtschaftspolitik, dass süchtige streben nach mehr Profit ist, bleiben jene die dafür ihre Arbeitskraft verkaufen müssen auf der Strecke.Wenn wie auf der ganzen Welt praktiziert, die Profitmaximierung das einzige Element ist, und die Wirtschaft nicht den Menschen, sondern die Menschen der Wirtschaft zu dienen haben, ist es nur verständlich und die daraus resultierende Konsequenz, dass viele dabei in die Sucht getrieben werden.

Um Sucht wirklich zu bekämpfen, und eine Genusskultur zu etablieren, ist es unweigerlich notwendig, sich dem neoliberalen Meanstream entgegenzustellen, und unsere derzeitige Wirtschaftspolitik generell in Frage zu stellen. Es ist diese,und jene Politikerinnen und Politiker, die daran festhalten, die Menschen süchtig machen, und nicht jene, die dieses Thema grundsätzlicher diskutieren,und unter anderem für eine veränderte Drogenpolitik eintreten, die neben der Legalisierung auch einen anderen, nicht kriminellen Umgang mit KonsumentInnenvon sogenannten härteren Drogen fordern.


Die Broschüre zur Kampagne gibt es auch als .pdf zum herunterladen.

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