Ally & Co
Über sexistische Frauenbilder im Fernsehserien
Welche Frauenbilder uns in Sitcoms begegnen und warum Frauen, die nur Männer im Kopf haben, nicht emanzipiert sind ...
Seidenstrümpfe, Kostüm mit schlanker Taille, perfektes Make-up, auftoupierte Frisur und knallrote Lippen: wie lebendige Barbiepuppen lächeln Frauen täglich von unseren Fernsehbildschirmen. Egal ob sie nun in der Werbung oder in TV-Serien auftauchen, ihr Äußeres aber auch ihre Verhaltensweisen müssen bis ins kleinste Detail stimmen und mit der gesellschaftlichen Idealvorstellung von Weiblichkeit konform gehen.
Klischees, Klischees, Klischees...
Die Erkenntnis, dass das Fernsehen verstärkt mit Klischees arbeitet, ist keineswegs neu. Um so interessanter ist es, sich mit den dahinterliegenden Mechanismen bestimmter Rollenbilder auseinander zu setzen, die den ProtagonistInnen diverser Sitcoms letztlich ihre Identität verleihen. Besonders offensichtlich wird das Konzept der Charakterisierung bestimmter Personengruppen mit Hilfe von Klischees und lang tradierter Vorurteile, wenn die unterschiedlichen Darstellungsformen von Männern und Frauen in TV-Serien näher betrachtet werden. Welche Eigenschaften werden Frauen vor allem zugeschrieben und in welchen Rollen treten sie auf? Ein Fernsehnachmittag genügt, um diese Frage zu beantworten. Schon ab ca. 15:00 Uhr startet das tägliche Sitcom-Programm, das das Publikum zunächst mit diversen Familienserien in Stimmung bringen will. Fröhliche Kindergesichter strahlend vor Geborgenheit und Glück erscheinen am Bildschirm und gemeinsam mit dem „Mann des Hauses“, der im idealsten Fall entweder Handwerker oder Pfarrer ist, freuen sich alle über die Fürsorge der tüchtigen Mutter und Ehefrau. Serien dieser Art, die die Frau in der Rolle der braven Ehefrau zeigen, sind sehr häufig, wobei die negative Darstellung von Weiblichkeit durch das Bild der vom berufstätigen Mann abhängigen, aber trotzdem glücklichen Frau am deutlichsten wird. Viel subtiler geschieht die klischeehafte Konzeption der Charaktere und die damit einhergehende Diffamierung des Weiblichen in der Rolle der Kindfrau, wie sie z.B. in der Figur der Ally McBeal verwirklicht ist.
Ally McBeal
Ally, eine relativ erfolgreiche Anwältin, wird als naive, geistig verwirrte Person dargestellt, die halluziniert, geheimnisvolle Stimmen hört und verzweifelt nach dem Mann ihrer Träume sucht. Auch wenn diese Serie in punkto Gleichberechtigung der Frau auf den ersten Blick fortschrittlich erscheint, so wird Weiblichkeit im Grunde auch hier mit bestimmten Eigenschaften verknüpft, die Kindlichkeit, Naivität, Unbeholfenheit und Irrationalität widerspiegeln. Ein weiteres sehr beliebtes weibliches Rollenbild ist die Figur der „femme fatale“, also der Frau, die sich ihrer Reize bewusst ist und ihre weibliche Sexualität einsetzt, um Männer zu verführen. In der heutigen TV-Serienlandschaft findet sich diese Darstellung z.B. in „Sex and the City“.
Sex and the city
Diese Sitcom dreht sich um einen Kreis emanzipiert wirkender Freundinnen, die die Höhen und Tiefen des Lebens miteinander teilen und regelmäßig Anekdoten aus ihren Liebesleben austauschen. Das hier suggerierte Bild der emanzipierten Frau, die nicht mehr an die Moralvorstellungen der vorigen Generation gebunden ist und ihre Sexualität ausleben kann, verschwindet aber bei genauerem Hinsehen. Unter dem Deckmantel der Emanzipation wird Weiblichkeit dämonisiert, in dem sie mit Triebhaftigkeit in Verbindung gebracht wird. Dieser Konnex geht auf eine lange Tradition zurück, die sich schon seit dem Mittelalter in diversen literarischen Schriften widerspiegelt. Das Bild der Frau als männerverschlingendes, triebhaftes Wesen ist in der von männlicher Autorenschaft dominierten Literaturgeschichte ein sehr beliebtes Motiv, das Weiblichkeit in ein klar negatives Licht rückt. An dieser Stelle müssen wir uns vor Augen halten, dass auch die Produzenten diverser Sitcoms vorwiegend männlich sind. Serien wie „Sex and the City“ sind von Männern gemacht und entwerfen spezielle Handlungsmuster, die eine Stärkung der männlichen bzw. eine Schwächung der weiblichen Identität zum Ziel haben.
“Die natürliche Rolle der Frau?”
So ist es kein Zufall, dass Frauenfiguren trotz ihrer emanzipatorischen Bestrebungen am Ende stets einsehen müssen, dass es keinen Zweck hat gegen das „von Natur aus der Frau Eigene“ anzukämpfen. Frauen bleiben nun einmal Frauen; sie sind verführerisch, manchmal auch gefährlich, aber die männliche Ratio können sie nicht überlisten: dies ist die Quintessenz dessen, was uns täglich in Form kleiner, leckerer Fernsehhäppchen versüßt durch eine kräftige Prise Humor serviert wird. Aber wie muss nun die Figur der emanzipierten Frau im Fernsehen angelegt sein, um ein positives Bild von Weiblichkeit zu vermitteln? Dies kann nur dann gelingen, wenn die Frau nicht mehr über ihr Verhältnis zum Mann charakterisiert wird, sondern als selbstbewusste, vom Mann, unabhängige Figur.
Seidenstrümpfe, Kostüm mit schlanker Taille, perfektes Make-up, auftoupierte Frisur und knallrote Lippen: wie lebendige Barbiepuppen lächeln Frauen täglich von unseren Fernsehbildschirmen. Egal ob sie nun in der Werbung oder in TV-Serien auftauchen, ihr Äußeres aber auch ihre Verhaltensweisen müssen bis ins kleinste Detail stimmen und mit der gesellschaftlichen Idealvorstellung von Weiblichkeit konform gehen.
Klischees, Klischees, Klischees...
Die Erkenntnis, dass das Fernsehen verstärkt mit Klischees arbeitet, ist keineswegs neu. Um so interessanter ist es, sich mit den dahinterliegenden Mechanismen bestimmter Rollenbilder auseinander zu setzen, die den ProtagonistInnen diverser Sitcoms letztlich ihre Identität verleihen. Besonders offensichtlich wird das Konzept der Charakterisierung bestimmter Personengruppen mit Hilfe von Klischees und lang tradierter Vorurteile, wenn die unterschiedlichen Darstellungsformen von Männern und Frauen in TV-Serien näher betrachtet werden. Welche Eigenschaften werden Frauen vor allem zugeschrieben und in welchen Rollen treten sie auf? Ein Fernsehnachmittag genügt, um diese Frage zu beantworten. Schon ab ca. 15:00 Uhr startet das tägliche Sitcom-Programm, das das Publikum zunächst mit diversen Familienserien in Stimmung bringen will. Fröhliche Kindergesichter strahlend vor Geborgenheit und Glück erscheinen am Bildschirm und gemeinsam mit dem „Mann des Hauses“, der im idealsten Fall entweder Handwerker oder Pfarrer ist, freuen sich alle über die Fürsorge der tüchtigen Mutter und Ehefrau. Serien dieser Art, die die Frau in der Rolle der braven Ehefrau zeigen, sind sehr häufig, wobei die negative Darstellung von Weiblichkeit durch das Bild der vom berufstätigen Mann abhängigen, aber trotzdem glücklichen Frau am deutlichsten wird. Viel subtiler geschieht die klischeehafte Konzeption der Charaktere und die damit einhergehende Diffamierung des Weiblichen in der Rolle der Kindfrau, wie sie z.B. in der Figur der Ally McBeal verwirklicht ist.
Ally McBeal
Ally, eine relativ erfolgreiche Anwältin, wird als naive, geistig verwirrte Person dargestellt, die halluziniert, geheimnisvolle Stimmen hört und verzweifelt nach dem Mann ihrer Träume sucht. Auch wenn diese Serie in punkto Gleichberechtigung der Frau auf den ersten Blick fortschrittlich erscheint, so wird Weiblichkeit im Grunde auch hier mit bestimmten Eigenschaften verknüpft, die Kindlichkeit, Naivität, Unbeholfenheit und Irrationalität widerspiegeln. Ein weiteres sehr beliebtes weibliches Rollenbild ist die Figur der „femme fatale“, also der Frau, die sich ihrer Reize bewusst ist und ihre weibliche Sexualität einsetzt, um Männer zu verführen. In der heutigen TV-Serienlandschaft findet sich diese Darstellung z.B. in „Sex and the City“.
Sex and the city
Diese Sitcom dreht sich um einen Kreis emanzipiert wirkender Freundinnen, die die Höhen und Tiefen des Lebens miteinander teilen und regelmäßig Anekdoten aus ihren Liebesleben austauschen. Das hier suggerierte Bild der emanzipierten Frau, die nicht mehr an die Moralvorstellungen der vorigen Generation gebunden ist und ihre Sexualität ausleben kann, verschwindet aber bei genauerem Hinsehen. Unter dem Deckmantel der Emanzipation wird Weiblichkeit dämonisiert, in dem sie mit Triebhaftigkeit in Verbindung gebracht wird. Dieser Konnex geht auf eine lange Tradition zurück, die sich schon seit dem Mittelalter in diversen literarischen Schriften widerspiegelt. Das Bild der Frau als männerverschlingendes, triebhaftes Wesen ist in der von männlicher Autorenschaft dominierten Literaturgeschichte ein sehr beliebtes Motiv, das Weiblichkeit in ein klar negatives Licht rückt. An dieser Stelle müssen wir uns vor Augen halten, dass auch die Produzenten diverser Sitcoms vorwiegend männlich sind. Serien wie „Sex and the City“ sind von Männern gemacht und entwerfen spezielle Handlungsmuster, die eine Stärkung der männlichen bzw. eine Schwächung der weiblichen Identität zum Ziel haben.
“Die natürliche Rolle der Frau?”
So ist es kein Zufall, dass Frauenfiguren trotz ihrer emanzipatorischen Bestrebungen am Ende stets einsehen müssen, dass es keinen Zweck hat gegen das „von Natur aus der Frau Eigene“ anzukämpfen. Frauen bleiben nun einmal Frauen; sie sind verführerisch, manchmal auch gefährlich, aber die männliche Ratio können sie nicht überlisten: dies ist die Quintessenz dessen, was uns täglich in Form kleiner, leckerer Fernsehhäppchen versüßt durch eine kräftige Prise Humor serviert wird. Aber wie muss nun die Figur der emanzipierten Frau im Fernsehen angelegt sein, um ein positives Bild von Weiblichkeit zu vermitteln? Dies kann nur dann gelingen, wenn die Frau nicht mehr über ihr Verhältnis zum Mann charakterisiert wird, sondern als selbstbewusste, vom Mann, unabhängige Figur.










