Die Münchner Räterepublik
Zur Geschichte der Münchener Räterepublik 1918
Als am 9. November 1918 im Norden Deutschlands die Revolution ausbrach war Bayern bereits seit einem Tag Republik. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung machte sich in München erstmals Anfang 1918 mit einem Metallarbeiterstreik Luft. Dabei zeigte sich erstmals deutlich wie viel an Sympathie die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) bei den Arbeitern und Arbeiterinnen eingebüßt hatte. Unterstützung hatte vor allem die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD), die gegen den Krieg auftrat.
Die bayrische Regierung versuchte im Herbst die Unruhen durch Zugeständnisse aufzufangen. Der inhaftierte Führer der USPD, Kurt Eisner, wurde aus dem Gefängnis entlassen und am 2. November verkündete König Ludwig III. die Minister seien ab nun dem Landtag verantwortlich. Aber dieser Ansatz der “Demokratisierung” des politischen Lebens kam zu spät. Die ArbeiterInnen hatten genug von Krieg und Ausbeutung. Monarchie, Landtag und Regierung räumte kampflos das Feld vor den Demonstrationen, an denen sich SPD und USPD gleichermaßen beteiligten. Am 8. November war Bayern Republik. Die gewählten Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte übernahmen unter der Führung Eisners, der bald auch bayrischer Ministerpräsident wurde, die Macht.
Alle Macht den Räten
Nun war Eisner an der Macht. Jetzt war die Zeit für die USPD gekommen, zu zeigen was ihr Verständnis von Sozialismus ist. Während sich die SPD bereits offen gegen die Revolution agitierte, schwankte Eisner. Für die radikale Linke hieß es: “Alle Macht den Räten!”, die Sozialdemokraten hofften auf eine starke Nationalversammlung. Eisner konnte sich gerade zu einem “Räte und Nationalversammlung” durchringen. Für den vom Neukantianismus geprägten Politiker war Sozialismus eher etwas individuelles. Den Menschen sollten die Augen geöffnet werden und zur Freiheit erzogen werden. Von Sozialisierung und Selbstverwaltung der Betriebe war keine Rede.
Die deutsche Revolution
In ganz Deutschland tobte tagelang die Revolution. Die Soldaten meuterten. Das alte Kaiserreich wurde zertrümmert, der Sozialdemokrat Ebert zum Reichskanzler berufen. Überall wurden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. Die bürgerlichen Kräfte versuchten zu retten was zu retten war. So wurden für Jänner Reichstagswahlen ausgeschrieben. Die bayrischen Landtagswahlen brachten für die USPD ein denkbar schlechtes Ergebnis. Nur 3 der 180 Abgeordneten waren Mitglieder der USPD, 61 gehörten der SPD an, die neu gegründete Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) rief zu einem Boykott der Wahlen auf.
Nun forderten fast alle Parteien den Rücktritt Eisners. Ob dieser vor hatte von seinem Amt freiwillig zurückzutreten ist nicht bekannt, es wird aber davon ausgegangen. Bevor er dies aber hätte machen können, wurde er ermordet. Erneut kam es zu schweren Unruhen in München. Die VertreterInnen der Räte bildeten zusammen mit den linken Parteien und den Gewerkschaften einen Revolutionären Zentralrat und proklamierten die Bekämpfung der Gegenrevolution.
Inspiriert von der Ungarischen Räterepublik wurde in der Nacht vom 6. auf 7. April die Räterepublik vom Revolutionären Zentralrat ausgerufen. Vertreter der SPD hatten sich in letzter Minuten entschlossen dieser Lösung zuzustimmen - aus Angst ansonsten in der politischen Bedeutungslosigkeit zu versinken. Der Revolutionäre Zentralrat proklamierte die Auflösung des Landtages, die Sozialisierung von Wirtschaft und Presse, die Aufstellung einer Roten Armee, und vieles mehr. Im neuen Rat der Volksbeauftragten saßen USPDler, radikale Bauernbündler und Anarchisten - aber keine Kommunisten. Sie waren der Meinung, die ArbeiterInnenklasse sei in Bayern noch nicht weit genug für die Revolution. Das beweist vor allem die Tatsache, dass die Räterepublik kaum über die Grenzen Münchens real existierte. Bis auf ein paar Gebiete in Nordbayern blieb München isoliert.
Letzten Endes entschied sich die KPD doch noch an der Räterepublik teilzunehmen. Ihnen war im Großen und Ganzen bewusst, dass sie auf verlorenen Posten kämpften. Aber sie konnten die ArbeiterInnen doch nicht alleine lassen, als am 13. April konterrevolutionäre Truppen in München einmarschierten und der Rat der Volksbeauftragten handlungsunfähig war. Nun riefen auch die Kommunisten die Räterepublik aus. Währenddessen organisierte die Konterrevolution Truppen, die die roten Gebiete zurückerobern sollte. Bis zum 3. Mai wurde in München gekämpft bis die Räterepublik endgültig niedergeschlagen wurde. Über 600 Tote, ¾ davon Rote waren während der Kämpfe ums Leben gekommen.
Die Räterepublik war niedergeschlagen, die führenden Köpfe der Linken wurden verhaftet und ermordet. Aber in Deutschland war noch lange keine Ruhe eingekehrt. Bis ins Jahr 1923 kam es immer wieder zu Aufständen. Die Schwäche der Räterepublik lag vor allem in der schwachen Verankerung der Linken außerhalb von München.
Die bayrische Regierung versuchte im Herbst die Unruhen durch Zugeständnisse aufzufangen. Der inhaftierte Führer der USPD, Kurt Eisner, wurde aus dem Gefängnis entlassen und am 2. November verkündete König Ludwig III. die Minister seien ab nun dem Landtag verantwortlich. Aber dieser Ansatz der “Demokratisierung” des politischen Lebens kam zu spät. Die ArbeiterInnen hatten genug von Krieg und Ausbeutung. Monarchie, Landtag und Regierung räumte kampflos das Feld vor den Demonstrationen, an denen sich SPD und USPD gleichermaßen beteiligten. Am 8. November war Bayern Republik. Die gewählten Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte übernahmen unter der Führung Eisners, der bald auch bayrischer Ministerpräsident wurde, die Macht.
Alle Macht den Räten
Nun war Eisner an der Macht. Jetzt war die Zeit für die USPD gekommen, zu zeigen was ihr Verständnis von Sozialismus ist. Während sich die SPD bereits offen gegen die Revolution agitierte, schwankte Eisner. Für die radikale Linke hieß es: “Alle Macht den Räten!”, die Sozialdemokraten hofften auf eine starke Nationalversammlung. Eisner konnte sich gerade zu einem “Räte und Nationalversammlung” durchringen. Für den vom Neukantianismus geprägten Politiker war Sozialismus eher etwas individuelles. Den Menschen sollten die Augen geöffnet werden und zur Freiheit erzogen werden. Von Sozialisierung und Selbstverwaltung der Betriebe war keine Rede.
Die deutsche Revolution
In ganz Deutschland tobte tagelang die Revolution. Die Soldaten meuterten. Das alte Kaiserreich wurde zertrümmert, der Sozialdemokrat Ebert zum Reichskanzler berufen. Überall wurden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. Die bürgerlichen Kräfte versuchten zu retten was zu retten war. So wurden für Jänner Reichstagswahlen ausgeschrieben. Die bayrischen Landtagswahlen brachten für die USPD ein denkbar schlechtes Ergebnis. Nur 3 der 180 Abgeordneten waren Mitglieder der USPD, 61 gehörten der SPD an, die neu gegründete Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) rief zu einem Boykott der Wahlen auf.
Nun forderten fast alle Parteien den Rücktritt Eisners. Ob dieser vor hatte von seinem Amt freiwillig zurückzutreten ist nicht bekannt, es wird aber davon ausgegangen. Bevor er dies aber hätte machen können, wurde er ermordet. Erneut kam es zu schweren Unruhen in München. Die VertreterInnen der Räte bildeten zusammen mit den linken Parteien und den Gewerkschaften einen Revolutionären Zentralrat und proklamierten die Bekämpfung der Gegenrevolution.
Inspiriert von der Ungarischen Räterepublik wurde in der Nacht vom 6. auf 7. April die Räterepublik vom Revolutionären Zentralrat ausgerufen. Vertreter der SPD hatten sich in letzter Minuten entschlossen dieser Lösung zuzustimmen - aus Angst ansonsten in der politischen Bedeutungslosigkeit zu versinken. Der Revolutionäre Zentralrat proklamierte die Auflösung des Landtages, die Sozialisierung von Wirtschaft und Presse, die Aufstellung einer Roten Armee, und vieles mehr. Im neuen Rat der Volksbeauftragten saßen USPDler, radikale Bauernbündler und Anarchisten - aber keine Kommunisten. Sie waren der Meinung, die ArbeiterInnenklasse sei in Bayern noch nicht weit genug für die Revolution. Das beweist vor allem die Tatsache, dass die Räterepublik kaum über die Grenzen Münchens real existierte. Bis auf ein paar Gebiete in Nordbayern blieb München isoliert.
Letzten Endes entschied sich die KPD doch noch an der Räterepublik teilzunehmen. Ihnen war im Großen und Ganzen bewusst, dass sie auf verlorenen Posten kämpften. Aber sie konnten die ArbeiterInnen doch nicht alleine lassen, als am 13. April konterrevolutionäre Truppen in München einmarschierten und der Rat der Volksbeauftragten handlungsunfähig war. Nun riefen auch die Kommunisten die Räterepublik aus. Währenddessen organisierte die Konterrevolution Truppen, die die roten Gebiete zurückerobern sollte. Bis zum 3. Mai wurde in München gekämpft bis die Räterepublik endgültig niedergeschlagen wurde. Über 600 Tote, ¾ davon Rote waren während der Kämpfe ums Leben gekommen.
Die Räterepublik war niedergeschlagen, die führenden Köpfe der Linken wurden verhaftet und ermordet. Aber in Deutschland war noch lange keine Ruhe eingekehrt. Bis ins Jahr 1923 kam es immer wieder zu Aufständen. Die Schwäche der Räterepublik lag vor allem in der schwachen Verankerung der Linken außerhalb von München.










