Revolution in Deutschland 1918 / 1919
Über die Revolution in Deutschland 1918 / 1919
Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, war die internationale ArbeiterInnenbewegung ohnmächtig. Hatte sie vor dem Krieg noch eifrig Resolutionen beschlossen, den kommenden Krieg auf keinem Fall zu unterstützen, sondern ihn zu bekämpfen, verfiel sie 1914 mit nur wenigen Ausnahmen dem “Hurra-Patriotismus”.
Die meisten ArbeiterInnenparteien Europas stimmten in den Chor der Bürgerlichen ein und unterstützten die sogenannte Vaterlandsverteidigung. Abgesehen von kleinen Gruppen in den Parteien gab es keinen Widerstand. Die Wellen des Chauvinismus und des Nationalismus peitschten über Europa. Die sozialdemokratischen Parteien hatten versagt. Sie hatten den Krieg nicht verhindern können bzw. es nicht einmal versucht.
Als im Jahre 1918 die Frühjahrs-offensive des deutschen Heeres fehlschlug und die französische Gegenoffensive immer mehr an Boden gewann, musste die Oberste Heeresleitung die baldige Niederlage eingestehen. Der alte Reichskanzler Graf Hertling wurde im September zunächst abgesetzt und durch den liberalen Fürsten Prinz Max von Baden ersetzt. Dieser nahm die Friedensverhandlungen mit den Alliierten auf und erklärte sich bereit dem 14-Punkte Programm Wilsons zuzustimmen.
Als die Offiziere und Admiräle der Marine im November beschlossen, zur letzten Schlacht Richtung England auszulaufen, lief das Fass über. Der Krieg war bereits verloren, die hohen Militärs wollten nur noch einen ehrenvollen Tod. Im Gegensatz zu den Matrosen. Die Meuterei zwang die Marineführung ihren Plan abzublasen und zurück in die Häfen zu fahren.
Am Montag dem 4. November kam es in der Früh zur offenen Rebellion der Matrosen in Kiel. Binnen Stunden war die ganze Stadt in den Händen der Aufständischen. Der Startschuss für die Revolution war gefallen. Wie ein Buschfeuer breitete sie sich aus: am 5. November hatte die Revolution Lübede und Brünsbüttelkoog, am 6. Hamburg, Bremen und Willhelmshafen, am 7. Hannover, Oldenburg und Köln, am 8. fast alle westdeutsche Städte unter ihre Kontrolle gebracht. Zunächst von den Matrosen ausgegangen, ergriff die Bewegung die ArbeiterInnenschaft.
Niemand ahnte in der ersten Revolutionswoche die kommende Tragödie und doch war das Scheitern der Revolution bereits in den ersten Tagen abzusehen. Kaum hatte sie München erreicht, war sie in Kiel bereits zu Ende. Dort war bereits am 4. November Gustav Noske, ein führender Sozialdemokrat, eingetroffen und hatte die Aufgabe, die Aufständischen zur beruhigen und die Revolution zu erdrücken. Zunächst wurde er als einer der Aufständischen gesehen - die SPD genoss noch hohes Ansehen bei den Matrosen und ArbeiterInnen. Der Reichskanzler Prinz Max von Baden notierte damals “Freie Hand für Noske beim Ersticken der Revolution”. Durch Zugeständnisse und Scheinzugeständnisse versuchte er die Revolution zu betrügen.
Am 9. November erreichte die Revolution die Reichshauptstadt Berlin. Prinz Max von Baden musste zurücktreten und dem Sozialdemokraten Ebert als Reichskanzler Platz machen. In Berlin war von der Rolle der SPD bereits einiges bekannt. Der Versuch der Revolutionären Obleute, die die größten Betriebe hinter sich wussten, ein Ersticken der Revolution seitens der SPD zu verhindern, scheiterte. Durch taktisches Vorgehen der SPD-Führung wurde die Bewegung erdrückt.
Am 24. Dezember begannen die ersten Auseinandersetzungen zwischen regierungstreuen Truppen und der linken Volksmarinedivision. Anfang Jänner kam es in Berlin zur Explosion. Das Zeitungsviertel, wichtige Gebäude und Bahnhöfe wurden besetzt. Diesmal entschloss sich Ebert aber, die Aufständischen niederzuschießen. Da das Militär seit November als nicht mehr zuverlässig galt, wurden die Freicorps (vom Militär aufgestellte, rechtsextreme Truppenverbände) gegen die revoltierende ArbeiterInnen eingesetzt. Die Revolution wurde brutal niedergeschlagen. Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, einst der linke Flügel der SPD und jetzige Mitglieder der Kommunistischen Partei, wurden von Freikorps misshandelt und ermordet. Die beiden gelten bis heute als Symbole der sozialistischen Bewegung.
Bis in den Mai hinein kam es in ganz Deutschland immer wieder zu Aufständen, die von den Freikorps, dessen Mitglieder sich später in SA und SS wiederfanden, niedergeschlagen wurden. Die Konterrevolution hatte die Revolution erdrosselt, war aber noch nicht stark genug auch die Demokratie zu zerschlagen. Dafür brauchte sie noch 14 Jahre. Doch diesmal wurde auch die Führung der SPD, die die ArbeiterInnen 1918/19 verraten hatte, ausgeschaltet und ermordet.
Die meisten ArbeiterInnenparteien Europas stimmten in den Chor der Bürgerlichen ein und unterstützten die sogenannte Vaterlandsverteidigung. Abgesehen von kleinen Gruppen in den Parteien gab es keinen Widerstand. Die Wellen des Chauvinismus und des Nationalismus peitschten über Europa. Die sozialdemokratischen Parteien hatten versagt. Sie hatten den Krieg nicht verhindern können bzw. es nicht einmal versucht.
Als im Jahre 1918 die Frühjahrs-offensive des deutschen Heeres fehlschlug und die französische Gegenoffensive immer mehr an Boden gewann, musste die Oberste Heeresleitung die baldige Niederlage eingestehen. Der alte Reichskanzler Graf Hertling wurde im September zunächst abgesetzt und durch den liberalen Fürsten Prinz Max von Baden ersetzt. Dieser nahm die Friedensverhandlungen mit den Alliierten auf und erklärte sich bereit dem 14-Punkte Programm Wilsons zuzustimmen.
Als die Offiziere und Admiräle der Marine im November beschlossen, zur letzten Schlacht Richtung England auszulaufen, lief das Fass über. Der Krieg war bereits verloren, die hohen Militärs wollten nur noch einen ehrenvollen Tod. Im Gegensatz zu den Matrosen. Die Meuterei zwang die Marineführung ihren Plan abzublasen und zurück in die Häfen zu fahren.
Am Montag dem 4. November kam es in der Früh zur offenen Rebellion der Matrosen in Kiel. Binnen Stunden war die ganze Stadt in den Händen der Aufständischen. Der Startschuss für die Revolution war gefallen. Wie ein Buschfeuer breitete sie sich aus: am 5. November hatte die Revolution Lübede und Brünsbüttelkoog, am 6. Hamburg, Bremen und Willhelmshafen, am 7. Hannover, Oldenburg und Köln, am 8. fast alle westdeutsche Städte unter ihre Kontrolle gebracht. Zunächst von den Matrosen ausgegangen, ergriff die Bewegung die ArbeiterInnenschaft.
Niemand ahnte in der ersten Revolutionswoche die kommende Tragödie und doch war das Scheitern der Revolution bereits in den ersten Tagen abzusehen. Kaum hatte sie München erreicht, war sie in Kiel bereits zu Ende. Dort war bereits am 4. November Gustav Noske, ein führender Sozialdemokrat, eingetroffen und hatte die Aufgabe, die Aufständischen zur beruhigen und die Revolution zu erdrücken. Zunächst wurde er als einer der Aufständischen gesehen - die SPD genoss noch hohes Ansehen bei den Matrosen und ArbeiterInnen. Der Reichskanzler Prinz Max von Baden notierte damals “Freie Hand für Noske beim Ersticken der Revolution”. Durch Zugeständnisse und Scheinzugeständnisse versuchte er die Revolution zu betrügen.
Am 9. November erreichte die Revolution die Reichshauptstadt Berlin. Prinz Max von Baden musste zurücktreten und dem Sozialdemokraten Ebert als Reichskanzler Platz machen. In Berlin war von der Rolle der SPD bereits einiges bekannt. Der Versuch der Revolutionären Obleute, die die größten Betriebe hinter sich wussten, ein Ersticken der Revolution seitens der SPD zu verhindern, scheiterte. Durch taktisches Vorgehen der SPD-Führung wurde die Bewegung erdrückt.
Am 24. Dezember begannen die ersten Auseinandersetzungen zwischen regierungstreuen Truppen und der linken Volksmarinedivision. Anfang Jänner kam es in Berlin zur Explosion. Das Zeitungsviertel, wichtige Gebäude und Bahnhöfe wurden besetzt. Diesmal entschloss sich Ebert aber, die Aufständischen niederzuschießen. Da das Militär seit November als nicht mehr zuverlässig galt, wurden die Freicorps (vom Militär aufgestellte, rechtsextreme Truppenverbände) gegen die revoltierende ArbeiterInnen eingesetzt. Die Revolution wurde brutal niedergeschlagen. Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, einst der linke Flügel der SPD und jetzige Mitglieder der Kommunistischen Partei, wurden von Freikorps misshandelt und ermordet. Die beiden gelten bis heute als Symbole der sozialistischen Bewegung.
Bis in den Mai hinein kam es in ganz Deutschland immer wieder zu Aufständen, die von den Freikorps, dessen Mitglieder sich später in SA und SS wiederfanden, niedergeschlagen wurden. Die Konterrevolution hatte die Revolution erdrosselt, war aber noch nicht stark genug auch die Demokratie zu zerschlagen. Dafür brauchte sie noch 14 Jahre. Doch diesmal wurde auch die Führung der SPD, die die ArbeiterInnen 1918/19 verraten hatte, ausgeschaltet und ermordet.










