Dienstag 7. Februar 2012
flickr facebook
Link zu den Bundesländern Vorarlberg Burgenland Tirol Kärnten Niederösterreich Wien Oberösterreich Salzburg Steiermark

Inhalt:

Rechtsextremismus und Faschismus

Konrad Lorenz

Konrad Lorenz ist zweifellos einer der renommiertesten österreichischen Wissenschaftler und wird bis heute zum Nationalhelden hochstilisiert. Kritik an diesem Bild ist nicht erwünscht und wird empört abgetan.

Am 20. November hielten deutschnationale Burschenschaften zu Ehren von Konrad Lorenz 101 Geburtstag einen so genannten Konrad Lorenz Kommers ab, und veranstalteten ein Symposium unter dem Titel „Frankfurter Schule – Die neunte Todsünde der Menschheit“
Dass von Seiten der ewiggestrigen Burschenschaftler die kritische Theorie der Gesellschaft der Frankfurter Schule als Todsünde verteufelt wird ist wenig überraschend, wendet sie sich doch gegen all das, was das Weltbild der Burschen ausmacht. Warum dient aber Konrad Lorenz als Vorbild für die Ewiggestrigen?
Konrad Lorenz stellte seine Zeit während des NS-Regimes öffentlich immer als Mitläufertum dar, das der Geist der Zeit notwendig gemacht hatte. Von einer NSDAP-Mitgliedschaft wollte er nach 1945 nichts mehr gewusst haben. In dieser Zeit liegt aber der Grundstein für seine Karriere begraben. 1938 tritt Lorenz nach den Anschluss Österreichs an Nazideutschland der NSDAP bei. In seinem Beitrittsgesuch schmeichelt er der NS-Führung und läuft ohne Zwang in den Hafen der neuen Herren ein: „"Schließlich darf ich wohl sagen, dass meine ganze wissenschaftliche Lebensarbeit, in der stammesgeschichtliche, rassenkundliche und sozialpsychologische Fragen im Vordergrund stehen, im Dienste Nationalsozialistischen Denkens steht." Der promovierte Zoologe und Mediziner wurde 1940 ordentlicher Professor und Leiter des Institutes für vergleichende Psychologie an der Universität Königsberg. 1942 arbeitet er in Posen ehrenamtlich an einer Untersuchung der „Reichsstiftung für deutsche Ostforschung“ mit, die die Einbürgerungsmöglichkeiten von Polen und „deutsch-polnischen Mischlingen“ untersuchte. Nicht als einbürgerungsfähig empfundene Menschen drohte oft Zwangsarbeit oder sie wurden in Vernichtungslager deportiert.
Nach dem zweiten Weltkrieg verbrachte Konrad Lorenz einige Zeit in sowjetischer Kriegsgefangenschaft, kehrte 1948 zurück und wurde 1963 Direktor des neuen Max-Planck Instituts für Verhaltensforschung. 1973 erhielt er den Nobelpreis für Medizin.
Auch die Nachkriegsschriften von Konrad Lorenz sind kein Bruch mit seiner nationalsozialistischen Vergangenheit sondern zeigen klare Kontiniutäten auf. Lorenz lässt es sich nicht nehmen von „minderwertigen“ Menschen zu sprechen und die 68er-StudentInnenbewegung auf genetische Defekte zurückzuführen.
Die Verhaltensforschung bei Tieren wird eins zu eins auf den Menschen umgelegt bzw. behauptet, dass der Mensch in seiner genetischen Prägung noch viel mehr Tier sei. Das menschliche Schicksal sei vorbestimmt in den seit Urzeiten weitergegebenen Genen. Vergewaltigung, Mord, Frauenunterdrückung, Rassismus und Antisemitismus seien also von der Natur vorherbestimmt. Auch kann ein menschliches Zusammenleben auf einer Basis von Solidarität und Egalität aufgrund der genetischen Prägung nicht funktionieren. Die höchste Stufe der Zivilisation die erreicht werden könne, sei also der Kapitalismus, wobei selbst diese Gesellschaftsform für Ewiggestrige wie Konrad Lorenz noch zu fortschrittlich scheint. Dieser sehnte sich offen zurück in den Feudalismus.
Dass gerade Konrad Lorenz als Vorbild der Burschenschaften und Neonazis in dieser Frage dient, ist also kein Wunder. Dass der braune Fleck Konrad Lorenz noch nicht aufgearbeitet und entkräftet wurde viel mehr, die einschlägige Beweissliteratur zum Thema ist in jeder Buchhandlung erhältlich.
Es gilt das Weltbild des Menschen als Tier mit angeboren Instinkten auf allen Ebenen zu bekämpfen und zu zeigen das der Mensch ein Produkt seiner Gesellschaft und die Gesellschaft ein Produkt des Menschen ist.
vorheriges Bild Bild Pause/Fortsetzen nächstes Bild
vorheriges Video Video Pause/Fortsetzen nächstes Video
IMPRESSUM © sozialistische jugend
http://www.sjoe.at/